Neues aus Kamuesha (August 2017)

Sie erinnern sich, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, sicher noch an unser Kamuesha Entwicklungsprojekt:

  • Mit Ihrer Hilfe und der Bereitschaft der Menschen in Kamuesha, mit Hand anzulegen um etwas für die Gemeinde zu schaffen, konnte das Foyer Social mit Nähschule in 2014 gebaut und der ersten Kurs von 24 Frauen im Juli 2016 erfolgreich beendet werden.
    Stolz waren wir aber besonders die Menschen aus Kamuesha, über das Erreichte, es stärkte ihr Selbstvertrauen und zeigte ihnen was möglich ist, wenn man sich für eine gute Sache einsetzt.
    Eigentlich würden wir nun mit dem Wasserprojekt beginnen, denn die derzeitige Trockenzeit im Kongo wäre die ideale Voraussetzung dafür. Aber das „Schicksal“ hatte anderes vor.

Bereits im Herbst 2016 kam es in der demokratischen Republik Kongo zu politischen Unruhen, da der Präsident Kabila nicht bereit war, gemäß der Verfassung nach Beendigung der laufenden Legislaturperiode, vom Präsidentenamt zurückzutreten und Neuwahlen zuzulassen.
Anfänglich waren wir zuversichtlich und hofften auf eine baldige Beruhigung der Situation. Die Realität entwickelte sich allerdings anders. Die Unruhen im Lande wurden heftiger und besonders in der Provinz Kasaï, in der auch Kamuesha liegt, kam es zu schweren Auseinandersetzungen.
Diese erreichten auch Kamuesha und so stehen wir heute vor der Tatsache, dass das Leben in der Kirchengemeinde St. Therese und somit der Gemeinde Kamuesha samt Umgebung zum Stillstand gekommen ist.
Die Gebäude (Kirche, Schulen, Schwesternkonvent) sind geplündert, die Krankenstation zerstört und das Foyer Social ausgeräumt. Die Menschen haben sich in den umliegenden Wäldern versteckt und sind ihrer normalen Lebenswelt beraubt.

Es bleibt uns nun die Aufgabe, im Kontakt mit den Menschen in Kamuesha ihnen zu zeigen, dass sie nicht allein gelassen werden. Wir müssen nun Wege finden, ihnen Unterstützung zukommen zu lassen. Dies wird nicht einfach, aber Pf. Sebastian ist Teil eines Netzwerkes von Personen aus dem Kongo hier in Europa, welches sich dieser Herausforderung besonders stellt.
Mit den Menschen in Kamuesha sind wir, das Kamuesha Team der Seelsorgeeinheit AEG (Aidlingen, Ehningen, Gärtringen), sehr betroffen und fühlen uns machtlos ob der Gewalt im Kongo und der menschlichen Tragödie, die vor Ort entstanden ist.
Uns bleibt die Hoffnung, dass die Verantwortlichen in der Demokratischen Republik Kongo bald wieder zu einem friedlichen Miteinander finden und dass es einen Weg geben wird, den Menschen in Kamuesha und Umgebung auch zukünftig zu helfen, damit sie aus der derzeitigen Situation in eine sichere Zukunft gehen können.

Da uns die Möglichkeit einer materiellen Hilfe zur Zeit noch nicht gegeben ist, werden wir Kamuesha und die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo in unser kirchliches Leben stärker einbinden.

  • So werden wir in unseren Gottesdiensten über die traurige Situation berichten und Kamuesha und die Menschen in unsere Fürbitten einbeziehen. Eventuell sind auch Zeichen in Form eines Abendgebetes für Kamuesha denkbar.

  • Auch planen wir einen ausführlichen Info-Abend mit Fragestunde zu veranstalten, um die Situation im Land und die Not der Menschen allen interessierten Gemeindemitgliedern näher zu bringen.

Für das Kamuesha Team,
Walter Dittrich