„Zueinander finden – Neues wagen"

Nachdem in den letzten Jahren sehr häufig auf der Osterkerze Personen zu sehen waren, die im näheren oder weiteren Sinn zueinander gefunden haben, war für mich der spannendere Teil des Jahresthemas „Neues wagen“.

Dazu einige Gedanken, die mir beim Entwerfen der Osterkerze durch den Kopf gegangen sind und deshalb das Bild beeinflusst haben:

Es stirbt so vieles ab, wenn Menschen, die miteinander unterwegs in eine gemeinsame Zukunft sein sollten, nichts Neues mehr wagen können oder wollen. Eigentlich kann das nur dazu führen, dass sie getrennte Wege gehen müssen, wenn nicht alles zerstört werden soll. Ein Leben ist für mich nur dann wirklich lebendig, wenn jeder Tag die Chance für einen Neuanfang beinhaltet.

In Jesu Lebensweg habe ich viel „Risikobereitschaft“ für Neues gefunden und versucht für die Kerze in Bilder zu fassen.

Ich habe einen Ölbaum aus dem Garten Gethsemane gewählt und ihn als „Stütze“ für die vielen Neuanfänge im Leben des Jesus von Nazareth benutzt. Auf dem Ölberg war eine grundlegende Zustimmung für das Neue gefordert. Deshalb musste dieser Baum sein, der ja schon ein Stück Kreuz beinhaltet.

Nun zu den einzelnen Motiven:
·        Die Krippe: Geburt im Stall unter Migrationsbedingungen.
·        Die Thorarollen: der Zwölfjährige geht eigene Wege. Horrorvorstellung für alle Eltern.
·        Die sechs Krüge von der Hochzeit von Kana: das erste Wunder, provoziert von seiner Mutter Maria.
·        Das Fischernetz: Männer, die zur Nahrungsversorgung ihrer Familie nahezu unverzichtbar sind, folgen dem Wanderprediger Jesus und werden von ihm zu Menschenfischern gemacht.
·        Die Krücken des Gelähmten: Der Rabbi Jesus kümmert sich nicht nur um die Gesundung des Leibes. Er vergibt auch – zum Schock für manche Pharisäer - die Sünden. Sogar am Sabbat!
·        Fünf Brote und zwei Fische: Er ist Segen und wir sollen auch Segen sein.

·        Der Abendmahlskelch und das weiße Lendentuch: Er deckt für uns den Tisch. Nähe über den Tod hinaus.
·        Die Dornenkrone, die Nägel und die Lanze: Damit Neues entstehen kann, nimmt Jesus den schweren Weg an und geht ihn bis ans Kreuz.
·        Ostersonne und Pfingstflammen: Der Weg ist nicht zu Ende.
·        Der verdorrte Ast: nicht jeder Neuanfang trägt Leben und Früchte. Trotzdem dürfen wir auch solche Erfahrungen im Licht der Ostersonne sehen.

Wenn man dies alles bedenkt, kann man schon sorgenvoll in die Zukunft schauen. Deshalb ist auf der Rückseite – für den Altarraum sichtbar - ein Jesus-Wort aus der Bergpredigt dargestellt: Die Lilien des Feldes und die Vögel des Himmels (Matthäus 6, 25 – 34).
Bestimmt auch ein gutes Wort für einen Neubeginn:

Sorget euch nicht!

Angelika Kopp               Zurück(Archiv)