Kreuz

Das Kreuz drückt eine mehrfache Bewegung aus. Es fällt auf, dass der Corpus fast mit dem Kreuz verschmilzt und sich so in einen Lebensbaum verwandelt. Die Dornenkrone erinnert an Blätter und an den Enden des Kreuzes blühen Knospen. Dennoch ist das Leiden des Christus, vor allem in seinem Gesichtsausdruck und in der Kopfhaltung noch sichtbar. Aus seinem Tod wächst neues Leben. Der Kreuzesbaum sprießt geradezu aus dem Boden und bricht die trockene Erde auf, wie es der Prophet in der Gefangenschaft des Volkes Israel in Babylon verheißt: „Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor, sie lasse Gerechtigkeit sprießen. Ich, der Herr, will es vollbringen" (Jes 45,8). Nicht ohne Leid und Tod entsteht das neue Leben, sondern durch das Leid hindurch und aus dem Tod heraus, wächst dieses Leben. So entspricht das Aufbrechen der trockenen Erde dem Aufbrechen der kalten Mauer. Dies wird dadurch ergänzt, dass der Querbalken des Kreuzes und die Hände des Gekreuzigten zweimal ein Dreieck bilden, wodurch (wie beim Altar) auf die Menschwerdung des lebendigen Gottes in der sterblichen menschlichen Welt verwiesen wird.

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