1966 - Heimat - Eva Fink

Als wir in einer Runde über das Kirchenjubiläum gesprochen haben, sind meine Gedanken also 50 Jahre zurückgegangen, ich war ungefähr so 10 Jahre alt und ich sehe sie noch genau vor mir: meinen Vater, den Joschi, der Vater meiner besten Freundin, der auch sein Freund war und viele andere Männer.

Bepackt mit Schaufeln und Hacken und in einer glücklichen Stimmung. Heute wird die Grube ausgehoben, das Fundament bereitet, denn hier soll eine Kirche erbaut werden, eine eigene Kirche, eine Kirche in der neuen Heimat der Heimatvertriebenen. Die Aufbruchstimmung und die Freude der Männer war echt und ansteckend. Wir durften zwar in der evangelischen Kirche zu Gast sein und es gab auch einen kleinen Raum, der für Gottesdienste genutzt werden konnte, aber nun würde hier bald eine Kirche erbaut werden.

Nur so ganz nebenbei, wir Kinder ließen uns von der Stimmung anstecken, aber wir trauerten auch um das nun für uns verlorene Maisfeld, in dem wir so herrlich spielen und uns verstecken konnten. Aber wir spürten, der Bau einer Kirche ist etwas Besonderes.

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