Die Farbfenster von St. Fidelis - was sagen sie uns ?

Farbfenster St. Fidelis

Beim Suchen nach Motiven für die Farbfenster hat uns das Lebensprogramm des heiligen Fidelis "Sei treu bis zum Tod, dann gebe ich dir den Kranz des Lebens" (Offb 2,10) in die "Offenbarung des Johannes", das letzte Buch der Bibel, geführt. Alle menschliche Treue ist nur möglich, weil Gott treu ist und weil Jesus Christus als der treue Zeuge uns nicht im Stich lässt.

Im unteren linken Fenster ist der Pergamonaltar dargestellt. Er führt uns mitten hinein in das von allen Seiten bedrohte Leben der Christen gegen Ende des ersten Jahrhunderts. Pergamon, die offizielle Residenz des römischen Statthalters der Provinz Asia, tat sich besonders hervor durch den Kaiserkult. Dabei hatten sich die Einwohner in Reih und Glied aufzustellen, um vor einem Standbild dem Kaiser zu huldigen als ihrem "Herrn und Gott". Das lehnten die Christen ab und erklärten: "Unser Herr und Gott" ist allein Jesus Christus, Gottes ewiger Sohn, der für uns gestorben ist und der erhöhte Herr König des Weltalls und der Ewigkeit ist. Für dieses Zeugnis waren sie bereit, Verfolgung, Kerker und Folter, ja sogar den Tod auf sich zu nehmen. Unter diesen tapferen Zeugen finden wir auch Johannes, den Verfasser des letzten Buches der Bibel. Er wurde auf die Insel Patmos verbannt. Dort erschien ihm an einem Sonntag, am "Tag des Herrn" (Offb 1,10) Jesus Christus mit großer Macht und Herrlichkeit. Das Erscheinen des Göttlichen, in dem sich die Treue des Auferstandenen zeigt, wird in dem linken oberen Fenster angedeutet durch Lichtstrahlen, die aus der Höhe herabkommen.

Die sieben Leuchter versinnbilden die sieben Gemeinden, an die Johannes seine Sendschreiben gerichtet hat. In diesen Gemeinden können wir uns selbst und unsere heutigen Gemeinden wiederfinden mit unseren positiven, aber auch negativen Aspekten. Auf der Darstellung fehlt auch nicht das Schwert (Offb 1,16ff) als Sinnbild des Wortes Gottes, das uns vor die Entscheidung stellt, ob wir unser Leben auf eine zerbrechliche und vergängliche Wirklichkeit gründen oder auf die Treue Gottes.

Unser Glaube gibt uns Hoffnung und Zuversicht selbst noch angesichts der dunkelsten Realität unseres menschlichen Lebens, im Angesicht des Todes. Mit dieser Realität werden wir auf dem rechten unteren Fenster konfrontiert. Dort sehen wir ganz unten Totengebeine. Aber auch dieses Dunkel wird erleuchtet und verwandelt von dem göttlichen Licht, das aus der Höhe herabströmt.

Der Philosoph Martin Heidegger beschreibt die Grundbefindlichkeit der menschlichen Existenz als ein "Sein zum Tode". Das ist jedoch nicht die eigentliche Wirklichkeit. Das große Farbfenster auf der rechten oberen Seite öffnet unsere Augen für die wunderbare Botschaft der Bibel. Unser Leben ist ein Wettkampf, dem ein herrlicher Siegespreis in Aussicht gestellt ist. Darauf weisen die Symbole "Lebensbaum", "Siegeskranz" und "Türe" hin, die auf folgende Verheißungen hinweisen: "Wer siegt, dem werde ich zu essen geben vom Baum des Lebens, der im Paradies Gottes steht" (Offb 2,7).

"Sei treu bis in den Tod, dann werde ich dir den Kranz des Lebens geben (Offb 2,10).

"Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir." (Offb 3,20).

Vielleicht werden Sie durch dieses Farbfenster dazu angeregt, allein oder in einer Gruppe die Kapitel 1 bis 3 aus der Offenbarung des Johannes zu lesen. Es ist wirklich eine ermutigende Botschaft der Treue Gottes gegenüber uns Menschen.