Zu Gast in der evangelischen Martinskirche in Gechingen

Martinskirche in Gechingen

Für unseren Jubilar wünsche ich mir: mögen über das Jubiläum hinaus immer mehr Menschen unsere Martinskirche als offenes Haus, angstfreien Raum und Ort der Geborgenheit in den Stürmen der Zeit erfahren. Mögen immer mehr Menschen Zugang zum Gottesdienst finden, um dort etwas von dem zu hören, was uns über die Jahrhunderte hinweg miteinander verbindet: Gottes gute Nachricht, der allein sich unsere Martinskirche und unsere Gemeinde verdanken, heute und morgen."

Wie schön, dass diese Martinskirche auch für unsere katholische Kirchengemeinde Aidlingen offen steht! Wir Katholiken wissen es dankbar zu schätzen, dass wir uns dank der Gastfreundschaft des jetzigen Pfarrers Michael Beck und des Kirchengemeinderates bei unserem katholischen Gottesdienst in der Martinskirche wirklich zu Hause fühlen können.

Wie sehr die Liebestat von St. Martin evangelische und katholische Christen miteinander verbindet, zeigt sich nicht zuletzt darin, dass der jährliche Martinsumzug bereits zu einer festen und liebgewordenen ökumenischen Tradition geworden ist.

Schon seit dem Jahre 1495 rufen die Glocken der Martinskirche die Gläubigen zum Gottesdienst. Sie sind auf die Töne F-As-B gestimmt, das sog. "Te Deum - Motiv" (Großer Gott wir loben dich). Wir hoffen, dass auch weiterhin viele evangelische und katholische Christen bereitwillig ihre durch die Jahrhunderte ertönende Einladung zum Gottesdienst hören. An unsere gemeinsame Berufung in der Taufe erinnert uns der 500 Jahre alte Taufstein auf der linken Seite im Altarraum. Was uns vor allem verbindet, ist die auf dem Altar liegende Bibel, das Wort Gottes, aus dem wir leben und durch das eine lebendige Gemeinde aufgebaut wird. Über dem Altar steht ein schlichtes Holzkreuz, hinter dem das farbig betonte Rundfenster wie eine aufgehende Sonne steht. In der Mitte thront der auferstandene Herr. Darunter sind der Sündenfall, auf beiden Seiten die Geburt und die Taufe, im oberen Teil die Kreuzigung Jesu dargestellt. Ursprung und Gestaltung der evangelischen Martinskirche führen uns in die Zeit der noch ungeteilten abendländischen Christenheit zurück. In uns erwacht die Sehnsucht, dass bald die Stunde kommen möge, in der evangelische und katholische Christen gemeinsam das heilige Mahl unseres Herrn feiern können.

Gechingen mit seiner Martinskirche ist wirklich eine Reise wert, nicht zuletzt, um dort die Vorabendmesse des Sonntags mitzufeiern. Die Attraktivität erfährt noch eine Steigerung durch den anschließenden Dämmerschoppen, der die in der Eucharistiefeier erlebte Gemeinschaft in froher Runde fortsetzen möchte.


Wir wünschen Ihnen, dass Sie beim Aufenthalt in unseren Kirchen ein wenig spüren können, dass diese Räume zum Leben sind, in denen die Nähe Gottes zu seinen Menschen spürbar wird.