Das Altarbild der Kirche Mariä Himmelfahrt

Altarbild der Kirche Mariä Himmelfahrt

Das von Professor Hans Schreiner, Stuttgart, gemalte Altarbild bietet eine Gesamtschau des Heilshandelns Gottes, beginnend mit dem ersten Buch der Bibel bis zur Offenbarung des Johannes.

Der Regenbogen erinnert an den Bund Gottes mit Noah und der gesamten Menschheit. (Gen 9,9ff.). Die fünf roten Akzente darunter weisen hin auf die fünf Wunden unseres Erlösers der durch seinen Tod diesen Bund zur Vollendung geführt hat.

Der dunkle Steinblock unten auf dem Altarbild wird von einer gewaltigen Kraft aufgebrochen, von der Kraft der Auferstehung Jesu. Dadurch wird uns ein Weg der Hoffnung nach oben gewiesen, aus dem Dunkel zum Licht, aus der Trauer zur Freude, aus dem Tod zum Leben.

Die Mondsichel führt uns in das letzte Buch der Bibel, in die Offenbarung des Johannes: "Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt" (Offb 12,1ff.).

Diese Frau verkörpert das Gottesvolk des Ersten und des Neuen Bundes. Von diesem großen Zeichen bleibt auf der Darstellung nur die Mondsichel übrig, der Mond in seiner totalen Verwiesenheit auf das Licht der Sonne.

Entdecken wir darin nicht eine wesentliche und grundlegende Aussage über Maria, über die Kirche und über unser persönliches Christsein?

Alles, wirklich alles, ist ein Geschenk der zuvorkommenden Liebe Gottes.

So betrachtet ist Maria als Verkörperung des Gottesvolkes nicht die über alles erhabene Himmelskönigin, sondern die niedrige Magd, auf die der Herr geschaut hat, die völlige Leere, die totale Offenheit für Gott und sein Wort. Aber gerade deshalb konnte Gott Großes an ihr tun ( Lk 1,49).

Dieses Gemälde schenkt uns Geborgenheit und Hoffnung. Der Regenbogen lässt uns erkennen, dass Gott seine Arme liebend und erbarmend über uns ausbreitet. Und worin besteht unser Beitrag? Gleich der Mondsichel, gleich einer leeren Schale, mit leeren Händen, glaubend und vertrauend, dürfen wir vor Gott hintreten und uns von seiner überreichen Güte beschenken lassen.